Wie wir arbeiten.
Und warum.
„Wer bloß einen schnellen, anonymen Klick sucht, wird im Internet glücklich. Wer verstehen will, wie Entscheidungen die eigene Existenz beeinflussen, liest weiter. Ein ehrliches Magazin über Verantwortung, blinde Flecken und die Realität auf der anderen Seite des Schreibtisches."
Die schlaflose Nacht von 1992.
Bevor ich mich im Jahr 1993 als Versicherungsmakler niederließ, stand ich 1992 ganz frisch in der Selbstständigkeit als Handelsvertreter. Ich war jung, unerfahren und wusste eines ganz sicher: Ich brauchte eine Krankenversicherung. Da es die digitalen Möglichkeiten von heute noch nicht gab, schlug ich das Branchenbuch auf und rief einen klassischen Ausschließlichkeitsvertreter an. Er vereinbarte einen Termin und kam zu mir nach Hause.
Er saß an meinem Tisch und bestimmte im Grunde ganz alleine, wie lange er blieb. Ich war jung, wollte höflich sein und brachte es nicht übers Herz, ihn vor die Tür zu setzen. Als dieser Mann meine Wohnung schließlich verließ, hatte ich sechs verschiedene Versicherungsverträge abgeschlossen.
„Ich fühlte mich in dieser Nacht elend. Ich lag stundenlang wach und stellte mir immer wieder dieselben Fragen: Habe ich das Richtige getan? Brauche ich das alles überhaupt? Und vor allem: Wollte ich das selbst, oder wurde ich bloß überrumpelt?"
Da ich mich zuvor nie mit der Materie beschäftigt hatte, blieb mir nur ein tiefes Gefühl der Unsicherheit. Das Ergebnis? Am nächsten Tag habe ich jeden einzelnen dieser Verträge widerrufen.
Diese schlaflose Nacht hat sich tief in mein Bewusstsein eingebrannt und meine gesamte spätere Arbeitsweise bis heute geprägt. Wenn Sie bei mir am Schreibtisch sitzen, denke ich immer daran, wie es ist, auf Ihrer Seite zu sitzen. Wie möchte ich behandelt werden? Was mag ich, was mag ich nicht? Bei uns gibt es keinen Abschlussdruck, keine Knebel und kein Verkaufsgespräch im ersten Termin. Sie nehmen alles mit nach Hause, prüfen es in aller Ruhe und entscheiden erst, wenn Sie sich absolut sicher sind.
Das Motorrad, das iPhone und die Konsequenz.
Das Verständnis dafür, warum eine Absicherung wichtig ist, bildet das fundamentale Fundament jeder Beratung. Aber jeder Mensch tickt anders, und das zeigt sich besonders im Generationenkonflikt. Ein reales Beispiel aus unserem Büro: Ein Vater kommt mit seinem jungen Sohn zu uns. Der Sohn hat gerade seinen Führerschein gemacht und möchte sein erstes Kraftrad versichern. Der Vater – ein grundsätzlich versicherungsfreudiger Mensch, der aber bei diesem Thema blockiert – sagt streng zum Sohn: „Mach nur die gesetzliche Haftpflicht, sonst gar nichts. Alles andere braucht man nicht, die wollen alle nur dein Geld."
Aus reiner Maklersicht ist es in diesem Moment meine absolute Pflicht, dem jungen Menschen nahezulegen, zumindest über das existenzielle Unfallrisiko nachzudenken. Doch der Sohn vertraut blind dem Rat des Vaters und winkt ab. Die Konsequenz? Passiert ein schwerer Unfall mit bleibenden Schäden, ist der junge Mensch finanziell ungeschützt – weil er in jugendlicher Unbeschwertheit auf die elterliche Autorität vertraut hat. Als Vater muss man sich dieser immensen Verantwortung bewusst sein.
Derselbe Vater erlebt kurz darauf eine andere Situation: Seine Tochter wünscht sich ein neues iPhone für viel Geld. Der Vater versucht zu bremsen: „Es gibt auch wunderbare, günstige Modelle für 100 Euro, die können genau das Gleiche." Die Tochter schaut ihn an und sagt trotzig: „Papa, du hast keine Ahnung, ich nehme das iPhone."
„Im ersten Beispiel hört der junge Mensch blind auf den Vater und riskiert seine finanzielle Zukunft. Im zweiten Beispiel schlägt er den Rat in den Wind für ein Statussymbol. Entscheidend ist die Frage: Warum hört man darauf oder eben nicht – und schaut man sich die Tragweite der Konsequenzen vorher überhaupt an?"
Echte Beratung bedeutet für mich, Ihnen die echten Konsequenzen vor Augen zu führen. Nicht um Angst zu machen, sondern um ein Fundament zu schaffen, auf dem Sie Entscheidungen treffen, die Sie auch Jahre später nicht bereuen.
Der blinde Fleck der Künstlichen Intelligenz.
Wir erleben heute einen Hype um digitale Abwicklung und Künstliche Intelligenz. Machen wir ein Experiment: Ein junger Mann namens Hakan Hikmet kauft sich einen Neuwagen, Baujahr 2025. Er füttert eine moderne KI mit der Frage, worauf er bei der KFZ-Versicherung achten muss. Die KI reagiert blitzschnell und fehlerfrei. Sie rattert die perfekte, politisch korrekte Checkliste herunter: Vollkasko wählen, auf Neupreisentschädigung achten, bei Leasing eine GAP-Deckung einschließen. Alles klingt logisch, alles ist datenbasiert.
Aber die KI hat einen gewaltigen, lebensgefährlichen blinden Fleck. Warum? Weil sie darauf programmiert ist, bloß keine Stereotypen zu bedienen oder anzuecken. Die KI sieht den Namen „Hakan Hikmet", aber sie stellt ihm niemals die eine, entscheidende Frage:
„Fahren Sie mit diesem neuen Auto im Sommer eigentlich nach Hause in die Türkei, um Ihre Familie zu besuchen?"
Ein Algorithmus stellt diese Frage nicht, aus Angst, als klischeehaft oder rassistisch eingestuft zu werden. Ein erfahrener Versicherungsmakler aus Duisburg stellt sie. Aus einem rein fachlichen Grund: Sobald Herr Hikmet in der Türkei über die Bosporus-Brücke fährt, befindet er sich geografisch im asiatischen Teil des Landes. In den Bedingungen der allermeisten Standard-KFZ-Versicherungen gilt die Grüne Karte jedoch ausschließlich für den europäischen Teil.
Die brutale Konsequenz: Baut Herr Hikmet einen Unfall in Trabzon, hat er im asiatischen Teil absolut keinen Versicherungsschutz. Der Neuwagen ist Schrott, der finanzielle Ruin perfekt. Es gibt aber spezielle Versicherer am Markt, die den asiatischen Teil explizit mit einschließen. Eine KI weiß das vielleicht als Datensatz – aber sie filtert es im Dialog nicht heraus, weil ihr die menschliche Intuition fehlt. Das ist der Unterschied zwischen billigem Datenabruf und echter Existenzabsicherung.
Vorausschauende Dialoge statt Formular-Verhöre.
Betrachten wir ein weiteres klassisches Szenario: Ein junges Paar kommt zu uns ins Büro. Sie sind frisch zusammengezogen, haben noch keine Kinder und suchen eine Privathaftpflichtversicherung. Wie würde der Abschluss online ablaufen? Ganz steril: Abfrage des Ist-Zustandes. Kinder vorhanden? Nein. Also wird der reine Paar-Tarif ohne Kinderbaustein gebucht. Man spart ein paar Euro im Jahr und schließt das Fenster.
Doch wie sieht die Realität des Lebens aus? Zwei Jahre später wird das Paar glücklich Eltern. Plötzlich bricht die schönste, aber auch stressigste Zeit an: Schlaflose Nächte, Windeln wechseln, Behördengänge. Glauben Sie ernsthaft, dass die frischgebackenen Eltern in diesem Moment nichts Besseres zu tun haben, als sich mitten im Chaos beim „Versicherungsonkel" zu melden und stolz zu verkünden: „Ich bin Vater geworden, bitte stellt meinen Vertrag um"?
Natürlich könnte man argumentieren, der Makler könne sich ja jedes Jahr melden und nachfragen. Aber sprechen wir es doch offen aus: Haben Sie als Kunde wirklich Lust darauf, dass Ihr Makler jedes Jahr unaufgefordert anruft, Ihnen hinterherläuft oder vorbeikommt, um Ihr Privatleben auszuhorchen? Nein, das will in der Realität niemand. Genauso wenig hat jemand Lust, vorab zehn Seiten bürokratische Fragebögen auszufüllen – da denkt sich doch jeder: Ist der Typ bekloppt? Die Menschen flüchten dann genervt in die Anonymität des Internets, wo keiner lästige Fragen stellt. Das Grundproblem bleibt dadurch jedoch ungelöst.
„Unsere Lösung ist der vorausschauende, klare Dialog im Erstgespräch. Wenn wir den Familientarif für das junge Paar direkt einschließen, kostet das vielleicht zwei Euro mehr im Jahr. Aber wenn das Baby da ist, müssen die Eltern an absolut gar nichts denken. Das Kind ist ab der ersten Sekunde sicher mitversichert. Der Kopf bleibt frei für das, was wirklich zählt."
Genau das verstehen wir unter klarer, ehrlicher Kommunikation. Wir fragen die Dinge persönlich und verständlich ab, damit ein echter Dialog entstehen kann. Wir blicken für Sie in die Zukunft, damit Sie es im Alltag nicht tun müssen.